Graf Bernhard Ralley Lippstadt

Graf Bernhard II, Edelherr zur Lippe

Bild: Graf Bernhard

Bernhard II., dessen Standbild seit langem auf dem sogenannten Bernhardbrunnen mitten in der Fußgängerzone Lippstadts unerreichbar auf einem hohen Sockel thront, steht im Bürgerbrunnen am Rathausplatz Auge in Auge mit seinem Volk, ein Herrscher zum Anfassen gewissermaßen. Trotzdem verleiht er der Brunnenanlage historische Tiefe und Würde. Bernhard gilt als Gründer der Stadt, die lange Zeit denselben Namen trug wie der Fluss, in dessen Überschwemmungsaue sie wie eine überdimensionierte Wasserburg hineingebaut wurde.

Ohne grundherrliche Anordnung hätte sich eine Siedlung in dieser geographischen Lage, wo mindestens zweimal jährlich die Lippe ins Erdgeschoss der Häuser schwappte, mit Sicherheit nicht gebildet. Erwitte, Geseke oder Soest, allesamt früher als Lippstadt aus kleinen Anfängen, einem Königshof, Kloster oder aus einer Gehöftegruppe entstanden, sind organisch gewachsene Städte. Lippstadt wurde von Bernhard II. um 1185 gegründet, weil er für seine Besitzungen in dieser Gegend einen festen Platz brauchte, von dem aus er sein Eigentum politisch, militärisch, wirtschaftlich und kulturell sichern und ausbauen konnte. Lippstadt wird allgemein als erste planmäßig angelegte Stadt Westfalens, als eine Gründungsstadt, bezeichnet. Der Straßengrundriss in Form einer Leiter belegt das sehr deutlich.

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