Oldtimerfreunde Lippstadt  

Überwintern, aber wie?

Benzinfraß

Das Mopped überwintern, aber wie?

Tank voll oder leer ?

Korrodiert das Benzin Tank und Schwimmerkammern der Vergaser?

Ich bin der Frage noch einmal nachgegangen:

Nach Aussage eines Chemikers befinden sich selbst im frischen Benzin Spuren von Wasser, auch in den Tanks der Tankstellen. Das Benzin enthält zudem saure Bestandtteile, die mit dem Wasser zusammen sauer reagieren, d.h. sich auch mit der Feuchtigkeit aus der Luft zur Säure verbinden. Über die Winterpause verflüchtigen sich einerseits in einem Tank die leichten Bestandteile des Benzins, andererseits sammelt sich das Wasser - auch Kondenswasser - am Boden, vebunden mit den sauren Bestandteilen.
Deshalb muss man zwangsläufig zum Ende der Saison sicher stellen, dass sich im Bodenbereich des Tanks kein Wasser angesammelt hat und der Tank voll ist oder man muss den Tank leer machen und trocken lagern.

 

Aral beantwortete die Fragen wie folgt:

Nachfolgend haben wir versucht Ihnen die Vorgehensweise zur "Inbetriebnahme Ihres Motorrades" zu beschreiben und Ihre konkreten Fragen zu beantworten:

1. Bitte führen Sie alle Sicherheits-Checks an Reifen, Bremsen, Federung, Licht durch bevor Sie wieder mit Ihrem Fahrzeug fahren. Nach einer längeren Standzeit ist auch ein Austausch der Bremsflüssigkeit, insofern Sie Scheibenbremsen haben, angebracht. Prüfen Sie alle Kunststoff-/Gummileitungen auf Brüchigkeit und tauschen Sie defekte gegen neue aus. Dies betrifft besonders Brems- und Kraftstoffleitungen.

Tipp: Aufgrund eigenen Erfahrungen mit Motorrädern empfehlen wir Ihnen alle Kunststoffteile mit Aral Cockpitpflege zu reinigen und zu konservieren. Meistens wirken die Teile anschließen fast wie neuwertig.

2. Technische Maßnahmen bei Inbetriebnahme - Batterie aufladen ggfs. ausbauen zum aufladen

- Beim Motorrad den 2. Gang einlegen und gegen den Druck etwas anschieben, damit sich die Kurbelwelle und andere Funktionsteile wie z.B. Kolben und Ventile ohne Krafteinwirkung bewegt werden.

- Lassen Sie das Motoröl komplett ab und ersetzen Sie den Ölfilter gegen einen neuen. Füllen Sie danach bitte die vorgeschriebene Menge frisches vollsynthetisches Markenöl, z.B. von Aral ein. Bitte verwenden Sie keinesfalls irgendwelche Lösemittel. Diese können u.U. Stellen im Motor so stark entfetten, dass bei der Inbetriebnahme Verschleiß oder gar Defekte auftreten können.

Sie sollten dann besser nach einer Fahrstrecke von rd. 500 km, nachdem der Motor gut durchölt wurde, das Öl welches nun alle Restanteile des alten Öles gelöst hat erneut gegen neuwertiges austauschen. Diese Verfahrensweise ist zwar mühsam, aber die schonendste für Ihren Motor.

- Bitte bedenken Sie, dass in dem Fahrzeug auch andere Öle gealtert sein können (Kardan, Getriebe, Gabelöl). Auch hier sollten Sie erwägen auszutauschen, um erst gar keine Probleme aufkommen zu lassen.

- Bitte lassen Sie den Kraftstoff komplett ab.

- Die Belegung in den Schwimmerkammern empfehlen wir, insofern es keine losen, blättrigen Ablagerungen vorhanden sind, nicht zu entfernen. Bei dem Versuch der Reinigung können u.U. Partikel die feinen Düsen in den Vergasern verstopfen und so für Probleme sorgen. Wir empfehlen Ihnen in die Kraftstoffleitung vom Tank zu der Vergaserbatterie ein im Fachhandel erhältliches Kraftstofffilter einzubauen. Sollte sich dies nach kurzer Laufzeit zusetzen, kann es gegen ein neues Filter schnell ausgetauscht werden und die Schmutzpartikel landen nicht in den empfindlichen Vergasern. Bitte beachten Sie, dass nach Arbeiten an den Vergasern u.U. eine Synchronisation erforderlich sein könnte.

- Füllen Sie nun frisches Aral SuperPlus (dieses enthält spezielle Additive, die reinigen und reinhalten sowie einen wirksamen Korrosionsschutz beinhalten) über Kanister in den Tank. Vorsicht!! prüfen Sie zwischendurch, ob alle Verbindungen dicht sind und nicht etwas Kraftstoff ausläuft. Bitte beachten Sie bei allen Arbeiten mit Kraftstoff, dass die Dämpfe gesundheitsgefährdend sind und sich z.B. durch elektrostatische Aufladung entzünden können. Führen Sie diese Arbeiten also nicht in geschlossenen Räumen durch. Geben Sie bei einer Kraftstoffmenge von ca. 5 Litern 250 ccm Ethylalkohol (aus der Drogerie) zum Kraftstoff. Hierdurch wird Wasser im Kraftstoff-System gebunden und kann so keine Probleme bereiten.

- Bitte prüfen Sie die Zündkerzen.

So, nun steht dem ersten Startversuch eigentlich nichts mehr im Wege.

Zum "Überwintern" haben wir folg. Tipps/ Infos:

Bekanntlich ändern Otto- und auch Dieselkraftstoffe mit der Zeit ihre Beschaffenheit bei Einwirkung von Luft (Sauerstoff), Feuchtigkeit und Temperatur. Hierbei können sie sich bei zu langer Lagerung unter "kritischen" Bedingungen durchaus so stark verändern, dass es beim motorischen Betrieb zu Problemen kommen kann. Daneben ist zu beachten, dass die Kraftstoffe in Sommer- und in Winter-Qualität produziert werden und auch entsprechend einzusetzen sind.

Beim Ottokraftstoff können leichtflüchtige Bestandteile verdampfen und Kaltstart und Fahrverhalten in der Warmlaufphase der Motoren verschlechtern. Die verdampfenden Anteile haben auch eine hohe Klopffestigkeit (ausgedrückt in Octanzahlen), die sich auch verschlechtert (im Extremfall bis zum Risiko eines Motorschadens). Neben den in der Praxis durch Verdampfung und Wärmeeinwirkungen hervorgerufenen Veränderungen unterliegen Ottokraftstoffe auch einer natürlichen Alterung bzw. Oxidation durch Kontakt mit Luftsauerstoff. Damit es dabei in der Praxis nicht zu Problemen durch Rückstandsbildung kommt, haben Markenkraftstoff-Anbieter für ihre Qualitäten entsprechend vorgesorgt (schärfere Anforderungen; Additive).

Es stellt sich also die Frage, ab welcher Lagerzeit die Veränderungen so deutlich sind, dass nachteilige Auswirkungen für den Motorbetrieb auftreten können. Hierzu hat die Aral Forschung eine mehrjährige Untersuchungsreihe durchgeführt, in der Veränderungen an einer repräsentativen Kraftstoffauswahl verschiedener Anbieter (gelagert in handelsüblichen 5 Liter Kunststoffkanistern) beurteilt wurden. Die wichtigsten Ergebnisse zeigen dem Fachmann, dass die Veränderungen nach rd. einem Jahr Lagerzeit unter den genannten Bedingungen praktisch ohne Bedeutung sind (Dampfdruck, Octanzahlen, Alterungsstabilität). Im zweiten Jahr änderte sich dies, so dass sich nach rd. zwei Jahren Lagerzeit die Kraftstoffe so verändert hatten, dass sie Probleme im Motorbetrieb hätten verursachen können. Überträgt man diese Erkenntnisse auf die Lagerung eines Ottokraftstoffes in einem Fahrzeugtank, so ist man zuerst geneigt anzunehmen, dass hier die Verhältnisse weniger kritisch sind. Allerdings haben hier wechselnde Temperaturen (insbesondere hohe Temperaturen) und die Gegenwart von Metallen (Eisen, Kupfer) einen großen Einfluss auf den zeitlichen Ablauf von Veränderungen des Kraftstoffes die eine Abschätzung der möglichen Lagerzeit erschweren.

Aus unseren Versuchen und den gegebenen Fakten leiten sich die folgenden Empfehlungen ab:

1. Den Inhalt des Kraftstoff-Tanks mindestens einmal im Jahr austauschen.

2. Die jahreszeitliche Eignung des Kraftstoffes bei seiner Verwendung beachten, d.h.: Winterkraftstoff nicht im Sommer verwenden und umgekehrt.

3. Den Tank möglichst voll machen um den Luftanteil (Sauerstoff) möglichst gering zu halten.

4. Markenkraftstoffe verwenden. Hier bieten z.B. hochwertige Kraftstoffe wie ultimate 100 von Aral deutliche Vorteile.

Hier noch einige grundsätzliche Betrachtungen zum Lagerverhalten von Ottokraftstoffen sowie zur Ablagerungsbildung (Gum).

Eine gute Lagerstabilität wird bei den qualitativ hochwertigen Kraftstoffen von Aral über die sogenannten Oxidationsinhibitoren des eingesetzten Multifunktionsadditiv sichergestellt. Darüber hinaus schützt die Korrosionsschutzkomponente die kraftstoffführenden Systeme weitestgehend vor Korrosion.

Ein weiterer Faktor für eine gute Lagerstabilität liegt in der Zusammensetzung der eingesetzten Grundkraftstoffe. Kraftstoffe mit einem hohen Olefingehalt (Olefine sind sehr reaktionsfreudig und verbinden sich gerne mit Sauerstoff - das führt wiederum zu einer vorzeitigen Alterung des Kraftstoffs sowie zur Gumbildung - sprich zu hartzartigen Ablagerungen) sind weniger Lagerstabil als solche mit relativ geringen Olefingehalten wie z.B. die Aral Ottokraftstoffe. Beim Einsatz von Aral Kraftstoffen sind somit sowohl vom Multifunktionsadditiv als auch von der Zusammensetzung des Grundkraftstoffs die besten Voraussetzungen für eine optimale Lagerstabilität sowie einen optimalen Korrosionsschutz gegeben.

Grundsätzlich kritisch bei der Lagerung sind Faktoren wie Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und der Luftsauerstoff. Wir empfehlen daher, den Tank bzw. die kraftstoffführenden Systeme vor dem "einlagern" mit qualitativ hochwertigem Ottokraftstoff aufzufüllen. Die Einlagerungszeit über eine Winterperiode dürfte dann keine Probleme verursachen.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Exxon antwortet wie folgt:

Subject: Agressives Benzin

To: info@oldtimerfreunde-lippstadt.de

Wie wir Ihrem Schreiben entnommen haben, liegen Ihnen unterschiedliche Informationen in Hinblick auf Qualitätsveränderungen bei längerer Lagerung von Kraftstoffen in Fahrzeugtanks vor. Wir können Ihnen versichern, dass bei sachgerechter Lagerung unserer Kraftstoffe innerhalb eines Jahres keine signifikanten Qualitätsveränderungen auftreten. Daher können auch nach längeren Stillstandszeiten von einigen Monaten bei den genannten Voraussetzu ngen keine kraftstoffbedingten Betriebsstörungen auftreten. Es ist ebenfalls auszuschließen, dass unsere Kraftstoffe Korrosionen an Metallkomponenten im Kraftstoffsystem verursachen. Wir schließen uns daher der Empfehlung an, die Tanks der Motorräder für die Stillstandszeit im Winter mit einem Markenkraftstoff voll zu tanken. Markenkraftstoffe enthalten im übrigen nach unseren Untersuchungen kein Methanol.

Mit freundlichem Gruß

From: renate.rolf@exxonmobil.com

Shell Deutschland meint :

Bei einer kühlen und trockenen Lagerung kann man auch einer Korrosionsbildung, bedingt durch die Bildung von Kondenswasser in einem entleerten Kraftstofftank, entgegenwirken.
Hierbei handelt es sich um ein altbekanntes Phänomen, das mit der zulässigen Beimischung von max. 5 % "Bioethanol", welche seit diesem Jahr auf Basis der DIN EN 228 für Ottokraftstoffe gestattet ist, nicht in Zusammenhang steht. Das Gegenteil könnte sogar der Fall sein, da sich durch eine Beimischung von Alkohol die Affinität, Wasser zu lösen, erhöhen kann. Darüber hinaus vertreiben wir im deutschen Markt zurzeit noch keinen Ottokraftstoff mit max. 5 % "Bioethanol".

Sofern man aber mit einem gefüllten Tank in die Winterpause geht, sollten folgende Punkte bedacht werden:
Die leichten Kohlenwasserstoffanteile aus dem Ottokraftstoff können über die Tankatumung mit der Zeit verdunsten/verdampfen. Als Folge können nach dem Winterschlaf Kaltstartschwierigkeiten beobachtet werden.
Da über die Tankatmung Kraftstoffanteile entweichen und sich in den Lagerräumlichkeiten im Laufe der Zeit anreichern können, kann es hier zu einer Gefährdung (z.B. Brandgefahr) bei ungenügender Raumbelüftung führen.
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben, und würden uns freuen, Sie auch zukünftig an unseren Shell Stationen begrüßen zu dürfen.

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